Kamper kogge
In der Stadt Kampen hat man in den Jahren 1994 – 1998 eine Kogge wiederaufgebaut, eine Rekonstruktion eines mittelalterlichen Handelsschiffes. Koggen waren im Mittelalter von großer Bedeutung für den Aufschwung und die Blütezeit der Stadt Kampen, damals eine der mächtigsten Handelsstädte dieser Region.
Trotz der großen Bedeutung, die die Kogge hatte, war wenig bekannt über die genaue Form und Bauart dieses Schiffstyps bis man um 1980 in der Nähe von Bremen und in der trockengelegten Zuiderzee einige Wracks gefunden hat. Auch Stadtsiegel und Abbildungen ergaben nur ein unklares Bild.
Nachdem 1981 im Südlichen Flevoland auf der Höhe von Nijkerk ein Wrack gefunden wurde, gab es genügend Angaben um auf verantwortete Weise eine Rekonstruktion zu bauen.
Der Bau der Kamper kogge
Am 18. Dezember 1991 wurde die Stiftung Kamper kogge gegründet mit dem Zweck eine Rekonstruktion zu bauen mit dem Wrack bei Nijkerk als Vorbild. Dies in enger Zusammenarbeit mit dem damaligen Niederländischen Institut für Schiffs- und Unterwasserarcheologie (NISA). Dabei wurde die Stiftung unterstützt von Sachverständigen mit ihren Ratschlägen zu zahllosen technischen und kulturhistorischen Fragen auf wissenschaftlichem Gebiet. Dies hat uns viel gelehrt über die Art und Weise, wie früher dieser Schiffstyp gebaut wurde.
Unter der Leitung von Baumeister Kees Sars und Lehrmeister Anton van den Heuvel wurde das Schiff von Jugendlichen gebaut im Rahmen eines europäischen Schulungs- und Beschäftigungsprojekts.
Angaben zu der Konstruktion und den Segeln der Kamper kogge
In der Kogge sind 150 Festmeter Eichenholz aus Dänemark, Frankreich und den Niederlanden verarbeitet.
Abmessungen:
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Gesamtlänge 21,58 M
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Größte Breite 7,56 M
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Tiefgang 1,90 M
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Gewicht 45 Tonnen
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Ladegewicht 60 Tonnen
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Mast: eine Douglasfichte aus den Ardennen, 98 Jahre alt
- Länge 22,40 M
- Gewicht 2500 Kilogramm
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Rah: eine Douglasfichte
- Länge: 13,10 M
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Ballast: 40 Tonnen, wovon 30 Tonnen Blei
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25 Flaschenzüge aus Eschenholz, deren Rolle aus Birnbaumholz und Achse aus Buchsbaum
Segel:
Das Segel misst insgesamt 144 M2
Dieses Segel besteht aus dem Großsegel von 72 M2, unterhalb davon drei Streifen, die Bonnetten, zusammen auch 72 M2. Diese Bonnetten können einzeln abgenommen werden. Mittels Handspaken (Stöcke), die in eine Winde (braadspil) gesteckt werden, wird die Rah gehisst, an der das Segel befestigt ist.
In der Kogge sind 10.000 Nägel, handgeschmiedet, und 16.000 Klammern verarbeitet.
Im Winter 2006 – 2007 sind zwei Motoren von je 90 PS eingebaut worden.
Die Kamper Nobel
Am 3. April 1397 verlieh König Wensceslas IV der Stadt Kampen das Privileg eigene Münzen zu schlagen und in Umlauf zu bringen.
Die Stiftung Kamper kogge hat darin einen Anlass gesehen nach 600 Jahren erneut eine Münze schlagen zu lassen. Als Vorbild wurde eine mittelalterliche Nobel gewählt, die im 14. Jahrhundert weit verbreitet war. Bis ins 17. Jahrhundert sind diese Münzen Zahlungsmittel geblieben. Auf der einen Seite der Münze ist die Landkarte von Nordwesteuropa zu sehen, dem Gebiet, wo die Hanse aktiv war. Die andere Seite zeigt das stilisierte Bild des wichtigsten Schiffstyps in jener Zeite: eine Kogge.
Im Gebäude der Niederländischen Münzstätte in Utrecht hat der damalige Vorsitzende der Stiftung, Herr Bastiaan, die erste Münze geschlagen. Diese erste Münze ist mit dem dazugehörenden Zertifikat am 4. April 1997 in dem monumentalen Schöffensaal des alten Kampener Rathauses dem damals amtierenden Bürgermeister von Kampen, Herrn H.C. Kleemans, angeboten worden.
Heute ist diese Münze unter den Münzsammlern sehr begehrt.
Stichting Kamper kogge
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Fax:
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